Die Hansestadt Wismar besitzt drei große im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtete Kirchen: St. Marien, St. Nikolai und St. Georgen. Mit dem  Bau der St.-Georgenkirche wurde im Jahre 1295 begonnen. Sie ist die größte und jüngste der drei Kirchen und war das Gotteshaus der Landesherren und Handwerker von Wismar. Als Teil der Altstadt wurde sie 2002 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.


Die ungewöhnliche Raumaufteilung und das gewaltige Querhaus geben St. Georgen sowohl von innen wie auch von außen ein beeindruckendes Erscheinungsbild.


Im Jahre 1945 wurde die Kirche durch einen britischen Luftangriff schwer beschädigt. Während der Zeit der DDR schritt der Verfall weiter fort. Seit 1987 setzt sich ein  Förderkreis zusammen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für  den Wiederaufbau ein, der bereits sehr weit fortgeschritten ist.

Wer St. Georgen zum ersten Mal betritt, wird äußerst überrascht sein, denn der Blick hinein bis an das Ende dieses lichten hohen Säulenschiffes sucht vergeblich nach dem kirchenüblichen Inventar. Kein Gestühl, kein Altar, keine Kanzel für die Predigten. Ein riesiges Gewölbe, getragen von mächtigen Backsteinsäulen, zieht den Blick in seinen Bann. Sonnenlicht flutet von oben durch die Fenster und eröffnet dem Besucher bei seinem Gang durch die Kirche immer wieder neue überraschende Raumerlebnisse.

Inmitten dieser backsteinernen Höhen und Weiten wirkt der Mensch klein. Hier und dort fallen noch Schäden am Mauerwerk ins Auge, Verletzungen durch Krieg und Zerfall. Der Anblick lässt still werden und erkennen, wie verletzbar unser Leben ist und der Raum, in dem wir uns bewegen.

 

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