Unser Wunsch, im Karwendelgebirge Urlaub zu machen, entstammt der Wiederbegegnung mit einem alten Farbfoto, welches wir vor mehr als 30 Jahren während eines Besuchs der Walderalm aufgenommen hatten. Das dortige Karwendelgebirgspanorama hatte seinerzeit einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen, welcher bei der Betrachtung dieses Fotos wieder auflebte und den Wunsch nach einem Wiedersehen in uns weckte.

So war denn auch unser Aufstieg zur Walderalm einer der Höhepunkte unseres Urlaubs. Waren wir vor 30 Jahren mit dem Auto über eine Mautstraße dorthin gelangt, so wählten wir diesmal den Aufstieg von unten auf einem Schotterweg, welcher sich in endlosen Serpentinen durch den Wald nach oben schlängelt.

Wir hatten dabei einen Höhenunterschied von etwa 900 m bei einer Steigung von gut 15 Prozent zu überwinden. Das macht ungefähr eine Strecke von 6 km, für die wir mehrere Stunden benötigten und die uns fast bis an das Ende unserer Kräfte strapazierte, zumal wir für den Aufstieg nicht optimal ausgerüstet waren. So fehlten uns beispielsweise die Stöcke, welche Beine und den Rücken hätten entlasten können. Zum Glück ahnt man die vorausliegenden Strapazen nicht und deshalb wandert man immer weiter in der ständigen, nach jeder Wegkehre erneut aufkeimenden Hoffnung, alsbald am ersehnten Ziel angekommen zu sein. Anderenfalls hätten wir den Aufstieg sicher nicht begonnen.

Als wir dann endlich erschöpft oben angekommen waren, belohnte ein wunderbarer Anblick alle vergangenen Mühen mit nachhaltigeren und tieferen Eindrücken, als ein bequemer „Aufstieg“ mit dem Auto es ermöglicht hätte:

Der tiefblaue Himmel und die ungewöhnlich klare Sicht auf das sich davor in starkem Kontrast abhebende helle gefaltete Kalkgestein des Karwendelmassivs nahm uns in seinen Bann. So gönnten wir uns nur eine kleine Pause und versuchten dann, das sich darbietende Panorama aus verschiedenen Blickrichtungen zu erfassen. Die wandernde Sonne veränderte zudem fortwährend Farben und Schatten, so dass wir des Schauens gar nicht müde wurde.