weites Feld

Wenn im April der Löwenzahn seine Blüten an langen Stengeln in die Höhe treibt, erweckt deren Anblick nicht überall Freude. Rasenpuristen ist er ein Dorn im Auge, ein Schandfleck im grünen Flor, den es energisch auszustechen gilt, damit er sich nicht mit Tausenden weißer Flugschirmchen schließlich den ganzen Garten erobert.

Das kleine wendländische Städtchen Hitzacker an der Elbe ist ein beliebtes Ausflugsziel. Malerisch verträumt lädt es zur Entspannung und Erholung ein. Mit dem Fahrrad kann man vom Elbdeich aus die abwechslungsreiche Landschaft der dortigen Elbtalaue sehr gut überblicken. Auch die Jeetzelniederung bietet sich zur Erkundung per Fahrrad an. Zu Fuss lohnt sich ein Aufstieg zum Weinberg, welcher seinen Namen den Rebstöcken am südöstlichen Hang verdankt. Von dort aus kann man weite Ausblicke über die Elbe genießen.

Die meisten Menschen besuchen Hitzacker in der Regel im November. Dann gilt im Wendland die sogenannte fünfte Jahreszeit, auch die grüne genannt, weil wegen des Castortransportes ins oberirdische atomare Zwischenlager Gorleben tausende von Polizisten das Wendland „bevölkern“. Der dortige Salzstock, welcher für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll erkundet wird (Foto: Erkundungsbergwerk) , gilt laut vielen Gutachten als hierfür völlig ungeeignet. Auch in dem kleinen Städtchen Hitzacker versammeln sich dann in Camps hunderte von AtomkraftgegnerInnen, um gegen den Transport zu demonstrieren oder diesen durch Blockaden der Schienenstrecke zumindest zeitweise aufzuhalten.

Der kleine Kurort Hitzacker ist ein beliebtes Ausflugsziel, da er reichlich Gelegenheiten für interessante Erkundungen  bietet: Da ist der historische Ortskern mit seinen alten Häusern, umflossen von der Jeetzel und begrenzt durch die Elbe. Das Museum im alten Zollhaus und das Archäologische Zentrum ermöglichen eine Zeitreise in die nähere und fernere Vergangenheit dieses geschichtsträchtigen Ortes.

Die Kuckucks-Lichtnelke wächst bevorzugt auf feuchten, mäßig fetten Wiesen, Mooren und Sümpfen. Ihren Namen erhielt sie, weil ihre Blütezeit von Mai-Juni mit dem Ruf des Kuckucks zusammenfällt.

 

"Es gibt sie noch, die biblischen "Lilien auf dem Felde", auch bei uns in Norddeutschland. Es gibt noch blühende Wegraine und viele Ackerunkräuter, bunte und unscheinbare. Es gibt noch die seltene Heidelerche und den scheuen Ortolan – an Orten wie in Govelin ist er für den, der seinen Gesang kennt, weithin zu hören. Hier, auf kargen steinigen Äckern, in Hecken und lichten Waldrändern hat sich dank schonender Wirtschaftsweise der Bauern und ihrer frühzeitigen freiwilligen Mitarbeit eine Kulturlandschaft erhalten, die für den Spaziergänger eine tiefe Erholung und für den Fachmann und die Fachfrau eine Schatzkammer voller Seltenheiten ist." (Zitiert nach der Schautafel am Eingang zum Feld-Lilienpfad Govelin)